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Informationen zum Verfahren für Anmeldung von Wildschaden


Wildschadenangelegenheiten gewinnen zunehmend an Bedeutung. Zum einen steigt die Zahl der Wildschadenfälle, zum anderen hat sich der Umfang der Wildschäden in den letzten Jahren deutlich erhöht.


Die Gründe hierfür ergeben sich hauptsächlich aus dem einer deutlichen Zunahme der Wildbestände sowie aus dem geänderten Anbauverhalten der Landwirte, z.B. durch Zunahme des Maisanbaus zur Erzeugung von Biomasse. Das Durchführen von Verfahren zur Feststellung von Wildschäden fällt in den Aufgabenbereich der Samtgemeinden.


Das Regulieren von Wildschäden ist schwierig und nicht selten strittig, weil sich die Höhe von Schäden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen oft nur über eine Schätzung annäherungsweise ermitteln lässt. Bevorzugt soll daher eine einvernehmliche Einigung zwischen Geschädigten und Verantwortlichen erfolgen.


Jedoch sind den Beteiligten die gesetzlichen Bestimmungen oft nicht ausreichend bekannt bzw. sie werden nicht oder falsch verstanden.
Begriff Wildschaden:
Der „Wildschaden“ ist ein Schaden i.S.d. § 249 BGB, der von den im Bundesjagdgesetz (BJagdG) genannten Wildtieren in der Land- und Forstwirtschaft angerichtet wurde. Der Wildschaden muss den Wert der angebauten Früchte oder den Wert des Waldbestands vermindern. Entweder wird ein fremdes Grundstück als solches beschädigt (z.B. durch das Aufbrechen des Bodens und damit durch das Beeinträchtigen seiner Grundsubstanz), ein Kulturzaun durch Wildschweine sowie Rotwild beschädigt oder zerstört oder der vorhandene Aufwuchs (Saaten oder Pflanzen) bzw. der Baumbestand gemindert. Ein Schaden liegt auch vor, wenn Pflanzen, Früchte oder Bäume nach dem Trennen vom Grundstück, aber noch vor dem Einernten, beeinträchtigt werden.
Beschädigungen können eintreten am Bewuchs des Grundstücks, z.B. durch Verbiss-, Schäl- und Fegeschäden, an Bäumen oder Sträuchern, aber auch an der Aussaat und den Keimlingen durch Aufnahme durch das Wild sowie an Pflanzen und Grünflächen durch Abäsen, z.B. Getreide, Kartoffeln, Obst, Rüben und Beeren. Insbesondere Maisanbauflächen neigen zu Beschädigungen durch Schwarzwild und sind daher wirkungsvoll durch Schutzvorrichtungen gegen Beschädigungen zu sichern.


Der Jagdausübungsberechtigte sowie der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte eines Grundstückes sind berechtigt, zur Verhütung von Wildschäden das Wild von den Grundstücken abzuhalten oder zu verscheuchen. Der Jagdausübungsberechtigte darf dabei das Grundstück nicht beschädigen, der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte darf das Wild weder gefährden noch verletzen.

Es gilt der Grundsatz: Keine Ersatzpflicht, weil kein Wildschaden vorliegt

Die Ersatzpflicht greift nicht bei Schäden an Kartoffel- oder Rübenmieten, Rundballen oder Silagehaufen, da die Früchte mit dem Einlagern eingeerntet sind. Auch Beschädigungen an Abdeckfolien oder Elektrozäunen sind von der Ersatzpflicht ausgeschlossen, weil sie keine festen Bestandteile des Grundstücks sind.

Folgende Verfahrensschritte sind bei der Feststellung eines Wildschadens zu beachten:

1. Der Anmeldung eines Wild- und Jagdschadens soll ein nicht förmliches Einigungsgespräch der Beteiligten (Geschädigter/Ersatzpflichtiger) vorausgehen. Können sich die Beteiligten nicht einigen, besteht die Möglichkeit, innerhalb einer Woche (Ausschlussfrist) nach Bekanntwerden des Wildschadens diesen bei der Samtgemeinde Brome, Ordnungsamt, Bahnhofstraße 36,
38465 Brome, schriftlich oder zur Niederschrift anzuzeigen. Mit der Anzeige des Wildschadens bei der Samtgemeinde wird das förmliche Vorverfahren nach der Verordnung über das Vorverfahren in Wild- und Jagdschadenssachen (WJSchadVO) beantragt.

2. Es erfolgt die Ladung auf übereinstimmenden Terminvorschlag des Antragstellers und einer von dieser benannten ersatzpflichtigen Person (Beteiligte), ansonsten unverzüglich zu einem Gütetermin am Ort, an dem der Wildschaden entstanden ist (Gütetermin). Beteiligte können sich mit schriftlicher Vollmacht vertreten lassen, darauf ist in der Ladung hinzuweisen.

3. Zu laden sind:
a) Geschädigter
b) Ersatzverpflichteter
c) der Jagdvorstand oder Eigentümer des Jagdbezirks bzw. der Jagdpächter
Der Wildschadenschätzer soll hinzugezogen werden. Wird sein Hinzuziehen beantragt, ist er hinzuzuziehen.

4. Bei dem Gütetermin ist zunächst festzustellen, ob ein Schaden entstanden und fristgerecht angemeldet worden ist. Ist der Schaden zu spät angemeldet worden, so weist die Samtgemeinde durch Vorbescheid den Antrag als unzulässig zurück. Bei einer fristgerechten Anmeldung des Wildschadens ist darauf hinzuwirken, dass zwischen dem Geschädigten und dem Ersatzpflichtigen eine Einigung erzielt werden soll. Besteht im Fall der Nichteinigung nach dem Ergebnis der Verhandlung und der Schätzung durch eine sachverständige Person (Wildschadenschätzer) ein Anspruch auf Schadenersatz, so erlässt die Samtgemeinde einen Vorbescheid. Über den Verhandlungsverlauf ist eine Niederschrift zu verfassen, von den Beteiligten zu unterzeichnen und diesen zuzustellen. Einigen sich die Beteiligten nicht oder ist der endgültige Schaden noch nicht abschätzbar bzw. erst vor der Ernte feststellbar, so lädt die Samtgemeinde die Beteiligten zu einem zweiten Ortstermin kurz vor der Ernte.

5. Die Samtgemeinde bestimmt in der Einigungsniederschrift bzw. in dem Vorbescheid nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des Sach- und Streitstand welche beteiligte Person die Kosten des Vorverfahrens zu tragen hat oder in welchem Verhältnis die Beteiligten die Kosten zu tragen haben und setzt die Kosten fest.

6. Gegen den Vorbescheid steht den Beteiligten das Recht der Klage zu, die innerhalb einer Notfrist von 2 Wochen nach Zustellung des Vorbescheides beim zuständigen Amtsgericht zu erheben ist. Das prüft nicht die formelle Rechtmäßigkeit des Vorbescheides. Das Gericht ändert den Vorbescheid oder weist die Klage ab. Es übersendet der Samtgemeinde eine Ausfertigung des Urteils.

Weitere Informationen erteilt bei der Samtgemeinde Brome, Gabriela Pauckner, Tel. 05833 84-137.

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Manuela Peckmann
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