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Vor wenigen Tagen f√ľhrte ein Pressebericht wieder einmal zu intensiven kommunalpolitischen Diskussionen. Die Reaktionen waren teilweise sehr gegens√§tzlich. Fatal ist nur, dass erneut Unruhe bei denjenigen verursacht wurde, die voller Enthusiasmus ihre Arbeit ehrenamtlich im Dienste des N√§chsten erbringen.

Selbstverst√§ndlich darf in einer √∂ffentlichen Diskussion auch der Bereich der Feuerwehren ‚Äď wie andere Aufgabenbereiche ‚Äď in Frage gestellt werden. Entt√§uschend ist nicht das sondern wie h√§ufig diskutiert wird. Eine vorschnelle Antwort mit dem Ergebnis, dass sie eigentlich √ľberfl√ľssig und nur ein Kostenfaktor sei, ist nach n√§herer Betrachtung vieler Faktoren unangemessen. Wer mit offenen Augen durch sein l√§ndliches Leben geht, sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzt und einen ehrlichen Dialog¬† f√ľhrt, der kommt zu der √úberzeugung, dass

                   ohne die Freiwilligen  Feuerwehren bei uns                        

   ein Gemeinschaftsleben nicht denkbar wäre.

Trotz vieler Berichte von mir scheint eine wirklich ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema nur ansatzweise stattgefunden zu haben. Fernsehberichte √ľber Hochwasser, St√ľrme und Fl√§chenbr√§nde werden verdr√§ngt. Es wird sehr schnell vergessen, wer die Keller auspumpt, Stra√üenb√§ume beseitigt und Schwerverletzte aus den Unfallfahrzeugen schneidet. Wie sich Feuerwehrkameradinnen und ‚Äďkameraden und Seelsorger nach derartigen Ereignissen f√ľhlen, k√∂nnen nur sie selbst oder deren Angeh√∂rige nachempfinden. Neben der ehrenamtlichen Lebensversicherung reinigt die Feuerwehr wie selbstverst√§ndlich auch Stra√üeneinl√§ufe, organisiert Veranstaltungen, sichert Feste von Vereinen ab, und, und, und. Aber was soll das alles? Warum sollte ‚Äěman‚Äú dar√ľber ernsthaft nachdenken? Eine finanzpolitische Diskussion, ausgetragen auf dem R√ľcken der Brandsch√ľtzer, ist doch viel einfacher. Die Zahlen sprechen doch eine eindeutige Sprache ‚Äď oder?

Nein, meine ich, nicht einmal in der Annahme einer sich anbahnenden vielschichtigen Krise!

Die Samtgemeinde Brome hat in 2009 im Feuerschutzbereich voraussichtlich ein Defizit von ca. 550.000 ‚ā¨, bei den Schulen von ca. 1.800.000 ‚ā¨, im Jugend- und Kindertagesst√§ttenbereich von ca. 1.200.000 ‚ā¨ und bei den Friedh√∂fen in H√∂he von 260.000 ‚ā¨. Wer nun meint, das Defizit aus dem Feuerwehrbereich durch die Aufl√∂sung von (kleineren) Ortswehren nachhaltig minimieren zu k√∂nnen, irrt sich gewaltig. Auch Niedersachsen schrumpft insgesamt. Der Bev√∂lkerungsr√ľckgang hat unausweichlich Auswirkungen auf Systeme, die von einer Vielzahl von Menschen abh√§ngig sind, wie das System unserer Freiwilligen Feuerwehren. Konkret m√ľssen wir uns heute die Frage beantworten, wo morgen die Feuerwehrm√§nner und ‚Äďfrauen herkommen sollen, die den Brandschutz sicherstellen.

Ein R√ľckgang der Ortswehren ist zweifelsohne bundesweit erkennbar. Wenn Ortswehren dann k√ľnftig auch noch unter Kostengesichtspunkten in die Waagschale geworfen werden, m√ľssen wir wissen, dass die Einsparungen aus der Schlie√üung kleinerer Wehren eher marginal sind und selten zu einem Anschluss an gr√∂√üere Nachbarwehren f√ľhren. Gr√∂√üere Wehren haben statistisch gesehen h√§ufiger Nachwuchsprobleme als kleinere. Ganz abgesehen davon steht oder f√§llt jede Feuerwehr mit ihrer F√ľhrung bzw. ihren vielen Funktionstr√§gern.

Als Alternativen zu den Freiwilligen Feuerwehren gibt es aber nur die Pflichtfeuerwehren und die Berufsfeuerwehren.

Eine Pflichtfeuerwehr w√ľrde identische Kosten (Defizite) wie heute verursachen ‚Äď nur mit dem Unterschied, dass die Samtgemeinde dann in das Melderegister sehen und B√ľrger zum Feuerwehrdienst zwangsverpflichten m√ľsste. Die Pflicht zur ehrenamtlichen T√§tigkeit ist immer noch f√ľr jeden B√ľrger zwischen 16 und 60 in der Nieders√§chsischen Gemeindeordnung festgeschrieben und wesentlicher Bestandteil unserer B√ľrgergesellschaft. Sie musste nur √ľber viele Jahrzehnte nicht praktiziert werden, weil wir das gro√üe Gl√ľck hatten, genug engagierte Freiwillige f√ľr den Feuerwehrdienst zu finden.

Die zweite Alternative, die Berufsfeuerwehr, h√§tte zur Folge, dass neben den ohnehin existierenden Sachkosten (Fahrzeuge, Feuerwehrh√§user‚Ķ) zus√§tzliche Personalkosten in einer Gr√∂√üenordnung von mindestens ca. 2,5 Mio. ‚ā¨ pro Jahr entst√ľnden. Ich erkenne weder in der einen noch in der anderen Alternative den K√∂nigsweg, der die angespannte Finanzlage entsch√§rfen k√∂nnte.

Eines sollte jedoch jedem klar sein: Funktioniert das ehrenamtliche System der Freiwilligen Feuerwehren nicht mehr aus sich heraus, dann haben die Kommunen massive Probleme zu erwarten!

Wir sollten diese nicht auch noch durch oberfl√§chliche Diskussionsbeitr√§ge herbeif√ľhren, sondern unsere Brandsch√ľtzer achten, st√§rken und mit allen Mitteln unterst√ľtzen.

J√ľrgen Bammel

Samtgemeindeb√ľrgermeister

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